Hilfe zum schriftlichen Gendern

    • Offizieller Beitrag

    Warum gendergerechte Sprache wichtig ist

    Gendern ist ein politisches Statement und wir drücken dadurch unsere Werte aus. Wenn wir alle Geschlechter in unserer Sprache ansprechen, drücken wir damit aus, dass uns alle Geschlechter gleich wichtig sind. Wir zeigen damit, dass wir für Gleichberechtigung stehen. Wenn wir gendern, sprengen wir damit auch Stereotypische Rollenbilder auf und drücken damit aus, dass wir uns gegen festgefahrene Rollenbilder auflehnen. Deshalb ist mir Gendern ein Anliegen. Begriffe, die nicht gegendert sind und Stereotypen ausdrücken sind zum Beispiel: Putzfrau, Krankenschwester, Abteilungsleiter, Lehrer,...

    Das ganze Thema ist nicht so kompliziert und schwierig wie man meinen würde, aber wir sind nun mal mit einer nicht genderneutralen Sprache aufgewachsen, weshalb man sich einmal intensiv damit auseinandersetzen muss und es dann auch Zeit braucht, um alles zu verinnerlichen. Deswegen seht dieses Thema bitte nicht als Forenregeln an. Das Thema dient zur Hilfe für alle, die sich bewusst dazu entscheiden, alle Geschlechter in ihrer Sprache ansprechen zu wollen.

    Ich möchte bei dieser Gelegenheit ebenso darum bitten, Fehler in der schriftlichen Sprache von Mitgliedern zu verzeihen, auch bei mir lol, und ggf. freundlich auf Fehler hinzuweisen. Niemand ist perfekt und wenn jemand mal nicht korrekt gendert heißt es nicht, dass derjenige nicht unsere Werte teilt. Dann heißt es nur, dass jemand nicht sensibel für alles ist.

    Wie spreche ich alle an?


    :antid9: Das Sternchen * :antid9:

    Oft wird die maskuline Form oder die feminine Form geschrieben, wenn wir gendern. Beispiel: Liebe MitarbeiterInnen / Liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

    Das ist gängigste Form des Genderns. Ein Nachteil davon ist, dass hier nicht alle Geschlechter mit angesprochen werden. Wenn wir stattdessen Mitarbeiter*innen schreiben, steht das Sternchen für die tatsächlich weiteren Geschlechter, die wir ansprechen wollen. Verbal wird das by the way durch eine Pause beim Sprechen verdeutlicht. Mitarbeiter(Pause)innen. Wenn wir also, wie ich hier im Forum, wirklich alle ansprechen möchten, muss etwas anderes her.

    Lösung: Liebe Mitarbeiter*innen. Anstelle des Sternchen sind auch weitere Schreibweisen gängig, aber das Sternchen findet am meisten Verwendung und Akzeptanz.

    Weitere Lösungen, um alle Geschlechter anzusprechen

    Eine bessere Möglichkeit ist es, wenn wir einfach in der Mehrzahl schreiben, wenn wir alle Geschlechter ansprechen wollen. Durch das Nutzen der Pluralform entstehen häufig genderneutrale Begriffe. Beispiel: Der Sprecher = Die Sprechenden


    :iceheart: Geschlechtsneutrale Begriffe verwenden :iceheart:

    Der Sprecher wird zu die Sprechenden. Geschlechtsneutrale Begriffe beziehen alle Geschlechter mit ein und sind auch für den Lesefluss gut.

    Weitere Beispiele:
    Mutter und Vater = Eltern
    Sohn und Tochter = Kind
    Mutter = Elternteil
    Studenten = Studierende
    Teilnehmer = Teilnehmende


    Wenn du doch mal von Männern, (oder Frauen, Söhnen, Töchtern...) sprichst, aber zeigen möchtest, dass du damit auch Männer meinst, die vielleicht eine andere Geschlechtsidentität haben, dann kannst du schriftlich ein Sternchen dranhängen. Beispiel: In dem Club sind nur schwule Männer*.

    Wie spreche ich nicht-binäre Personen an?

    Wenn man nicht-binäre Menschen mit einbeziehen möchte, sollte man nicht nur von Frauen und Männern schreiben, dann sollte man lieber gar nicht versuchen zu gendern und das generische Maskulinum verwenden, weil durch das binäre gendern nicht-binäre explizit ausgeschlossen werden, und damit hat man dann das Gegenteil erreicht, da man sie sprachlich ja mit einbeziehen wollte.

    Falsch: SprecherInnen, Sprecher/innen, Sprecherinnen und Sprecher (Es werden nur Frauen und Männer angesprochen)
    Richtig: Sprecher*innen, Sprecher:innen oder Sprecher_innen (Frauen und Männer werden angesprochen und das * : _ steht für die weiteren Geschlechter, die wir ansprechen möchten.)


    Pronomen :woo:

    First of all: Frage, wie jemand angesprochen werden möchte. Zu fragen ist nicht weird, das ist ganz normal, denn wir wissen es ja nun mal nicht. Mit der Frage zeigst du Rücksicht und dass du jedes Geschlecht für gleichwertig hältst. Viele freuen sich daher darüber, wenn sie gefragt werden, wie sie angesprochen werden möchten.

    Wir haben in der Deutschen Sprache die Pronomen er/ihm und sie/ihr, ein genderneutrales Pronomen gibt es nicht bzw. es ist noch keines in der deutschen Sprache etabliert.

    Viele nicht-binäre Personen entscheiden sich daher dazu, mit keinen Pronomen angesprochen werden zu wollen. Manche möchten aber auch mit er/ihm oder sie/ihr angesprochen werden und wieder anderen ist es völlig gleich, wie sie angesprochen werden oder nutzen Neopronomen. Ich muss an dieser Stelle natürlich nicht sagen, dass niemand mit einem der Pronomen mehr oder weniger nicht-binär ist.


    Tipps zur Ansprache ohne Pronomen, weil so complicated ist es nicht :smile:

    • Nutze statt Pronomen den Namen, wenn du eine Person ansprichst.
    • Nutze Geschlechtsneutrale Begriffe (wie oben erklärt)
    • Wenn du nicht weißt, wie jemand heißt und die Pronomen nicht weißt, kannst du die Person optisch beschreiben.
    • Anstatt zu gendern, spreche jemanden direkt an. Zum Beispiel: Neue User und Userinnern müssen sich in dem Forum vorstellen. = Wenn du neu bei uns bist, stelle dich bitte in dem Forum vor.


    Geschlechtsneutrale Ansprachen

    • Guten Tag Leo Schmidt
    • Hallo Leo Schmidt
    • Sehr geehrte*r Leo Schmidt
    • Liebe*r Leo Schmidt

    Es gibt so viele Möglichkeiten :ugly8:


    Gendergerechte Sprache bedeutet nicht nur, dass wir alle beim Sprechen mit einschließen wollen, sondern auch, dass wir jemanden korrekt mit seinen Pronomen ansprechen.

    Alle Punkte in diesem Text sind nur Lösungsvorschläge für eine genderneutrale Schriftsprache, sie sind keine gemeingültigen Regeln. Deshalb gibt es auch viele andere Schreibweisen und Möglichkeiten, die deswegen nicht gleich falsch sind.

    Was die Umsetzung dieses Textes in diesem Forum angeht kann ich daher sagen, dass ich es schön und vollkommen ausreichend finde, wenn man alle mit den Pronomen anspricht, die sie im Profil stehen haben. Und dass ich es wichtig finde, dass ein Wille da ist, alle in dem Forum sprachlich mit einzubeziehen.

    Abschließend: Dieser Text wurde mit Hilfe seriöser Quellen erstellt. Natürlich ist das ganze Thema stetig im Wandel und ich kann bei meinen Recherchen Fehler machen. In diesem Fall bitte ich um Feedback (mit Quellenangaben) und ich passe diesen Text an.


    Quellen & Notes

    Texte sind ohne Hilfe von AI erstellt worden.

    https://geschicktgendern.de

  • Gendern ist ein politisches Statement und wir drücken dadurch unsere Werte aus. Wenn wir alle Geschlechter in unserer Sprache ansprechen, drücken wir damit aus, dass uns alle Geschlechter gleich wichtig sind. Wir zeigen damit, dass wir für Gleichberechtigung stehen. Wenn wir gendern, sprengen wir damit auch Stereotypische Rollenbilder auf und drücken damit aus, dass wir uns gegen festgefahrene Rollenbilder auflehnen.

    Danke, dass du das dazu sagst, ganz viele verstehen nicht warum das so wichtig ist.. :antid10:

  • Dankesehr für den Guide, danke für deine Mühe. Ich habe auch wieder etwas dazugelernt.

    Wenn wir stattdessen Mitarbeiter*innen schreiben, steht das Sternchen für die tatsächlich weiteren Geschlechter, die wir ansprechen wollen.

    Das wusste ich nicht. 👍

    If we‘re not supposed to dance,
    Why all this music?

  • Ich verstehe das Gendern gut, aber an manchen Tagen, wenn die Konzentration schwer ist oder wenn ich ich emotional bin, oder vor allem bei längeren Texten geht mir das oft verloren, dann merke ich erst im Nachhinein, dass ich wieder alles in der maskulinen Form geschrieben hab. Ich fühle mich manchmal schlecht, weil mir das einfach nicht in Automatismus übergehen möchte und ich mich immer wieder daran erinnern muss. Einige Sachen fallen mir leicht, aber gerade Sachen, die für einen nicht alltäglich sind, rutschen dann irgendwie so durch.

  • In meinem Job läuft vieles über Anrede und Ansprache, vor allem wenn man Kolleginnen und Kollegen einteilt, Zettel schreibt, Tipps gibt. Da fängt es schon bei den kleinen Dingen an.

    Was mir hilft ist einfach strukturell zu überlegen ob ich die Geschlechtsform überhaupt brauche. Zum Beispiel statt Teilnehmer*innen kann man auch sagen Personenkreis oder Gruppe. Aber dann fühlt es sich manchmal so distanziert an, fast schon bürokratisch. Habt ihr auch das Gefühl, dass manche genderneutrale Begriffe total seelenlos klingen und nicht das ausdrücken, was man eigentlich sagen will? :woo: Also emotional gesehen meine ich. Gerade geschriebener Text kann ja so alienartig wirken wenn man zu sehr formelt. Paradox irgendwie, weil ja gerade das Gendern auch Nähe schaffen soll. :lol:

    Ich sehe übrigens, dass viele Ausdrücke einfach auch eine biografische Wucht haben, wie Putzfrau oder Krankenschwester. Das hat sofort so ein Bild im Kopf, das sich festgesetzt hat. Ich glaub am schwierigsten finde ich alte Bücher zu lesen, aber Gott sei Dank habe ich keine Kinder, dann müsste ich mich mit der Frage befassen, was ich meinen Kindern vorlese und was nicht. :antid8:

  • Ein Aspekt, der meiner Meinung nach zu selten erwähnt wird: Barrierefreiheit. Gerade Menschen mit Sehbehinderung oder beim Vorlesen durch Screenreader kann das Gendersternchen schwierig sein, weil viele Programme das Sternchen vorlesen, was den Lesefluss stört.

    Welche Form des Genderns empfindet ihr als am inklusivsten? :smilesmall:

  • @Leif voll gute Ergänzung!

    Ich hatte mich beim Schreiben des Textes auch dazu informiert, hatte die Info aber weggelassen, weil ich den Text nicht noch länger machen wollte. :uglylol:

    Meiner Recherche nach ist jede Schreibweise doof für Barrierefreiheit, also Leiter*in, Leiter_in und Leiter:in, aber wenn man eins davon wählt, dann ist das Sternchen tatsächlich am besten, zumindest aus Sicht des DBSV.

    Ist ganz interessant, was sie dazu sagen: https://www.dbsv.org/gendern.html

  • Ich bin begeistert, dass du du die Info mit hattest einbringen wollen, für mich können Texte nie zu lang sein, aber ich verstehe, dass du ihn kürzen wolltest. :giggle:

    Daraus ergeben sich wirklich gute Informationen.

    Zitat von DBSV

    Falls jedoch mit Kurzformen gegendert werden soll, empfiehlt der DBSV, das Sternchen zu verwenden, unter anderem, weil davon auszugehen ist, dass Doppelpunkt und Unterstrich für sehbehinderte Menschen schlechter erkennbar sind als das Sternchen.

    Zitat von DBSV

    Seit einiger Zeit nehmen wir wahr, dass der Genderdoppelpunkt als blinden- und sehbehindertengerecht bezeichnet wird. Er steht jedoch auf der Liste der Lösungen, die wir nicht empfehlen.